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Themenüberblick

Photovoltaik

Fachredaktion Solar-Fachberater · zuletzt fachlich geprüft am 13.8.2026 · 6 Min. Lesezeit

Das Wichtigste zuerst

Eine Photovoltaikanlage wandelt Sonnenlicht in Strom um, den du zuerst selbst verbrauchst; der Rest geht ins Netz. Für die Planung entscheiden drei Größen: dein Jahresstromverbrauch, die nutzbare Dachfläche und die Ausrichtung des Dachs.

  • In Deutschland liefert eine geneigte Südanlage rund 900 bis 1.100 kWh Strom je installiertem Kilowatt-Peak und Jahr.
  • Ein Standardmodul bringt etwa 400 bis 470 Wp auf rund 2 m² Fläche - grob 5 m² Dachfläche pro kWp inklusive Randabständen.
  • Wirtschaftlich entscheidend ist nicht die maximale Anlagengröße, sondern der Anteil des Solarstroms, den du selbst nutzt.

Einstiege in dieses Thema

Anlage auslegen

Von Verbrauch und Dachfläche zur konkreten Anlagengröße.

Speicher und Eigenverbrauch

Wann ein Batteriespeicher etwas beiträgt - und wann nicht.

Einstieg ohne Dachanlage

Wenn Dach, Eigentum oder Budget noch nicht passen.

Wie eine Photovoltaikanlage funktioniert

Vier Komponenten, ein Weg: vom Sonnenlicht zum nutzbaren Haushaltsstrom.

Solarmodule
Wandeln Sonnenlicht in Gleichstrom um. Ihre Nennleistung wird in Kilowatt-Peak (kWp) unter genormten Testbedingungen angegeben - nicht als Dauerleistung im Alltag.
Wechselrichter
Macht aus dem Gleichstrom haushaltsüblichen Wechselstrom und regelt die Anlage. Seine Auslegung bestimmt, wie viel Modulleistung sinnvoll angeschlossen werden kann.
Zähler und Netzanschluss
Ein Zweirichtungszähler erfasst getrennt, wie viel Strom du beziehst und wie viel du einspeist. Er wird vom Messstellenbetreiber gesetzt.
Optional: Batteriespeicher
Verschiebt Solarstrom vom Mittag in den Abend. Er erhöht den Eigenverbrauch, erzeugt aber selbst keinen zusätzlichen Strom.

Welcher Ertrag realistisch ist

Ausrichtung und Neigung verändern den Ertrag stärker als die Modulmarke.

Spezifischer Jahresertrag nach Ausrichtung (geneigtes Dach, Deutschland)
AusrichtungFaktorErwartung je kWp
Süd1,00900–1.100 kWh
Südost / Südwest0,95855–1.045 kWh
Ost / West0,86775–945 kWh
Nord0,62560–680 kWh

Faktoren aus einer PVGIS-Auswertung nach Azimut. Verschattung durch Bäume, Gauben oder Nachbargebäude ist darin nicht enthalten und muss vor Ort geprüft werden.

Eine Ost/West-Anlage liefert im Jahr weniger Strom als eine Südanlage, verteilt die Erzeugung aber gleichmässiger über den Tag. Für Haushalte mit Verbrauch morgens und abends passt das oft besser zum eigenen Bedarf - der niedrigere Jahresertrag wird durch einen höheren Eigenverbrauchsanteil teilweise ausgeglichen.

Module verlieren über die Betriebsdauer langsam Leistung. Die Leistungsgarantien marktgängiger Module rechnen mit etwa 0,5 Prozent pro Jahr; nach 20 Jahren liegt die Erzeugung damit noch bei rund 90 Prozent des Ausgangswerts.

Der Weg zur passenden Anlagengröße

  1. 1

    Jahresverbrauch feststellen

    Der Wert steht auf der letzten Stromabrechnung. Geplante Mehrverbräuche wie Wärmepumpe oder E-Auto werden separat aufgeschlagen, nicht geschätzt in den Altwert eingerechnet.

  2. 2

    Nutzbare Dachfläche abschätzen

    Gemeint ist die zusammenhängende, unverschattete Teilfläche einer Dachseite. Randabstände und Dachaufbauten reduzieren sie deutlich.

  3. 3

    Ausrichtung und Neigung bestimmen

    Beides ergibt zusammen den spezifischen Jahresertrag am Standort - die Brücke zwischen Verbrauch und Anlagenleistung.

  4. 4

    Beide Grenzen vergleichen

    Die passende Anlage ist die kleinere von zwei Zahlen: was der Verbrauch rechtfertigt und was das Dach hergibt.

Rechner

PV-Größenrechner

Verbrauch, Dachfläche, Ausrichtung und geplante Mehrverbräuche eingeben - der Rechner zeigt die Anlagengröße als Bereich und legt jeden Rechenschritt offen.

Rechner öffnen

Eigenverbrauch entscheidet über den Nutzen

Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde ersetzt eine, die du sonst zum Haushaltstarif kaufen müsstest. Eingespeister Strom wird dagegen nach den amtlich veröffentlichten EEG-Sätzen vergütet, die deutlich unter dem Bezugspreis liegen. Deshalb bestimmt der Eigenverbrauchsanteil, wie viel eine Anlage tatsächlich einspart.

Ohne Speicher liegt der Eigenverbrauch in einem typischen Haushalt bei einem knappen Drittel der Erzeugung, weil der Ertrag mittags anfällt und der Verbrauch morgens und abends. Wer Wärmepumpe, Warmwasserbereitung oder Fahrzeugladung in die Mittagsstunden verschiebt, erhöht diesen Anteil ohne Zusatzinvestition.

Rechtlicher und steuerlicher Rahmen

  • Jede Anlage muss innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur registriert werden.
  • Der Netzanschluss einer Dachanlage wird über einen Fachbetrieb beim Netzbetreiber angemeldet; die Anmeldung erfolgt vor der Installation.
  • Auf Lieferung und Installation von Photovoltaikanlagen bis 30 kWp einschliesslich Speicher gilt der Nullsteuersatz nach § 12 Abs. 3 UStG.
  • Für die Ertragsteuer gelten eigene Grenzen; das ist eine steuerliche Frage und keine technische - Details klärt eine Steuerberatung.

Annahmen und Datengrundlage

Jeder Rechenwert liegt offen. Redaktionelle Auslegungsregeln sind als solche gekennzeichnet.

Spezifischer Jahresertrag (Süddach, geneigt, Deutschland)
900–1.100 kWh/kWp
belegt

Standortabhängig: Norddeutschland eher am unteren, Süddeutschland eher am oberen Rand.

Quelle: PVGIS, Photovoltaic Geographical Information System der Europäischen Kommission (JRC) · Stand 13.8.2026

Ertragsfaktor nach Ausrichtung (Süd = 1,00)
Süd 1,00 · Südost/Südwest 0,95 · Ost/West 0,86 · Nord 0,62
belegt

Bandbreite je Standort und Verschattung; die Werte sind Mittelwerte einer PVGIS-Auswertung für geneigte Dächer.

Quelle: PVGIS (JRC), Auswertung nach Azimut · Stand 13.8.2026

Nennleistung eines Standard-Dachmoduls
400–470 Wp
belegt

Marktgängige Halbzellenmodule im Format 1.762 × 1.134 mm.

Quelle: Datenblätter marktgängiger Standardmodule (Format 1.762 × 1.134 mm) · Stand 13.8.2026

Fläche eines Standard-Dachmoduls
2 m²
belegt

1.762 mm × 1.134 mm = 1,998 m², gerundet 2,0 m².

Quelle: Datenblätter marktgängiger Standardmodule · Stand 13.8.2026

Jährlicher Leistungsverlust von Solarmodulen
0,5 %/Jahr
belegt

Typischer Wert aus Leistungsgarantien marktgängiger Module.

Quelle: Leistungsgarantien in Modul-Datenblättern · Stand 13.8.2026

Umsatzsteuer auf Lieferung und Installation kleiner PV-Anlagen
0 %
belegt

Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp einschliesslich Speicher, seit 01.01.2023.

Quelle: § 12 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz (UStG) · Stand 13.8.2026

Einspeisevergütung für neue Anlagen
keine belegte Angabe
belegt

Die Sätze werden regelmässig angepasst. Wir nennen hier bewusst keinen Wert, sondern verweisen auf die amtliche Veröffentlichung zum Zeitpunkt deiner Inbetriebnahme.

Quelle: Bundesnetzagentur, Veröffentlichung der EEG-Vergütungssätze · Stand 13.8.2026

Registrierungspflicht im Marktstammdatenregister
innerhalb eines Monats nach Inbetriebnahme
belegt

Gilt auch für Steckersolargeräte. Die zusätzliche Anmeldung beim Netzbetreiber entfällt für Steckersolargeräte.

Quelle: Bundesnetzagentur, Marktstammdatenregister · Stand 13.8.2026

Häufige Fragen

Wie viel Dachfläche brauche ich pro Kilowatt-Peak?

Ein Standardmodul mit etwa 440 Wp belegt rund 2 m². Rein rechnerisch sind das etwa 4,5 m² Modulfläche pro kWp. Weil Randabstände, Dachfenster und Wartungswege Platz kosten, rechnen wir mit rund 5 m² Dachfläche pro kWp.

Ist eine größere Anlage immer besser?

Nicht automatisch. Solange Dachfläche vorhanden ist, senkt jede zusätzliche Kilowattstunde die Kosten pro kWh. Wirtschaftlich wirkt sie aber nur, wenn der Strom selbst genutzt oder zu einem tragfähigen Satz eingespeist wird. Sinnvoll ist eine Auslegung, die deinen Verbrauch abdeckt und geplante Mehrverbräuche berücksichtigt.

Brauche ich zwingend einen Speicher?

Nein. Ein Speicher erhöht den Eigenverbrauch, erzeugt aber keinen zusätzlichen Strom. Ob er sich rechnet, hängt von Speicherpreis pro nutzbarer kWh, Strompreis und Verbrauchsprofil ab. Das Prüfschema dazu steht im Beitrag zum Stromspeicher.

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