Ratgeber
Lohnt sich eine Photovoltaikanlage?
Fachredaktion Solar-Fachberater · zuletzt fachlich geprüft am 24.8.2026 · 10 Min. Lesezeit
Kurzantwort
Eine Photovoltaikanlage lohnt sich, wenn die jährliche Ersparnis aus Eigenverbrauch und Einspeiseerlös über die Betriebsdauer die Investition und die laufenden Kosten übersteigt. Die Amortisationszeit ergibt sich, indem du die Investition durch die jährliche Gesamtersparnis teilst - und sie hängt stärker vom Eigenverbrauchsanteil ab als von fast jeder anderen Größe.
- Eigenverbrauch spart den vollen Strombezugspreis, Einspeisung nur die Vergütung - deshalb wiegt jede selbst genutzte Kilowattstunde deutlich mehr.
- Rendite und Amortisationszeit sind zwei unterschiedliche Kennzahlen und beantworten unterschiedliche Fragen.
- Die Rechnung bleibt eine Prognose: Strompreis- und Vergütungsentwicklung über 20 Jahre sind nicht sicher vorhersagbar.
Die Rechenlogik in einem Satz
Jede Kilowattstunde, die du selbst verbrauchst, spart dir den Strombezugspreis. Jede Kilowattstunde, die ins Netz geht, bringt dir die Einspeisevergütung. Die Summe beider Beträge pro Jahr ist deine Ersparnis; sie steht der Investition und den laufenden Kosten (Versicherung, Wartung, Zählermiete, perspektivisch Wechselrichtertausch) gegenüber.
Solange die jährliche Ersparnis über die angenommene Betriebsdauer die Investition übersteigt, rechnet sich die Anlage. Wie schnell das passiert, zeigt die Amortisationszeit.
Rechenweg mit Beispielwerten
Beispielrechnung Amortisationszeit
1. Jahreserzeugung (Beispiel: 8 kWp × 1.000 kWh/kWp)
8 kWp × 1.000 kWh/kWp
= 8.000 kWh/Jahr
2. Eigenverbrauchsanteil (Beispiel)
8.000 kWh × 30 %
= 2.400 kWh selbst genutzt
3. Einspeisemenge
8.000 kWh − 2.400 kWh
= 5.600 kWh eingespeist
4. Ersparnis Eigenverbrauch (Beispiel: 0,32 €/kWh Strompreis)
2.400 kWh × 0,32 €/kWh
= 768 €/Jahr
5. Einspeiseerlös (Beispiel: 0,08 €/kWh)
5.600 kWh × 0,08 €/kWh
= 448 €/Jahr
6. Ersparnis gesamt vor laufenden Kosten
768 € + 448 €
= 1.216 €/Jahr
7. Laufende Kosten abziehen (Beispiel: 150 €/Jahr)
1.216 € − 150 €
= 1.066 €/Jahr
8. Amortisationszeit (Beispiel: Investition 13.000 €)
13.000 € ÷ 1.066 €/Jahr
= ca. 12,2 Jahre
Bei diesen Beispielwerten amortisiert sich die Anlage nach rund 12 Jahren - deutlich vor Ende der üblichen Modul-Leistungsgarantien. Ersetze jeden Wert durch deine eigenen Zahlen aus Angebot, Verbrauch und Stromvertrag.
Alle Euro- und Prozentwerte in dieser Rechnung sind Beispielwerte, keine erhobenen Marktpreise oder amtlichen Vergütungssätze.
Rechner
PV-Wirtschaftlichkeitsrechner
Trage deine eigenen Werte für Investition, Verbrauch, Strompreis und Einspeisevergütung ein - der Rechner führt genau diesen Rechenweg offen vor.
Rechner öffnenWas die Rechnung am stärksten beeinflusst
| Faktor | Wirkung auf die Rechnung |
|---|---|
| Eigenverbrauchsquote | Größter Hebel: bestimmt, wie viel Strom zum vollen Bezugspreis statt zur Einspeisevergütung angerechnet wird. |
| Strompreisentwicklung | Steigt der Bezugspreis künftig, steigt der Wert jeder selbst verbrauchten kWh - das ist eine Annahme, keine Gewissheit. |
| Degradation | Module verlieren jährlich einen kleinen Anteil Leistung; über 20 Jahre relevant, siehe Assumption Degradation. |
| Zinsen / Finanzierung | Bei Fremdfinanzierung erhöhen Zinskosten die Gesamtkosten und verlängern die Amortisationszeit. |
| Einspeisevergütung | Wird bei Inbetriebnahme für die Vergütungsdauer festgelegt; maßgeblich ist die amtliche Veröffentlichung zum jeweiligen Zeitpunkt. |
Grenzen dieser Rechnung
Rendite und Amortisationszeit sind nicht dasselbe
- Amortisationszeit
- Die Zeitspanne, bis die kumulierte Ersparnis die Investition ausgeglichen hat. Beantwortet: Ab wann verdiene ich zusätzlich?
- Rendite
- Das Verhältnis von jährlichem Ertrag zur eingesetzten Investition über die gesamte Nutzungsdauer, meist als Prozentsatz. Beantwortet: Wie gut ist das Kapital eingesetzt im Vergleich zu einer Alternative?
Eine kurze Amortisationszeit bedeutet nicht automatisch die höchste Rendite, und umgekehrt. Für die reine Entscheidung 'lohnt sich das für mich' reicht die Amortisationsrechnung in der Regel aus; ein Renditevergleich mit anderen Anlageformen erfordert zusätzlich Annahmen zu Zins und Zeitwert des Geldes, die über diesen Ratgeber hinausgehen.
Typische Rechenfehler
- Mit 365 vollen Nutzungstagen statt realistischer Eigenverbrauchsquote rechnen.
- Bruttokapazität oder Nennleistung statt realer Jahreserzeugung ansetzen.
- Einspeisevergütung überschätzen oder mit dem Strombezugspreis verwechseln.
- Laufende Kosten (Versicherung, Wartung, Zählermiete, künftiger Wechselrichtertausch) in der Rechnung weglassen.
Annahmen und Datengrundlage
Jeder Rechenwert liegt offen. Redaktionelle Auslegungsregeln sind als solche gekennzeichnet.
- Spezifischer Jahresertrag (Süddach, geneigt, Deutschland)
- 900–1.100 kWh/kWp belegt
- Jährlicher Leistungsverlust von Solarmodulen
- 0,5 %/Jahr belegt
- Einspeisevergütung für neue Anlagen
- keine belegte Angabe belegt
- Haushaltsstrompreis
- keine belegte Angabe redaktionelle Annahme
- Umsatzsteuer auf Lieferung und Installation kleiner PV-Anlagen
- 0 % belegt
Standortabhängig: Norddeutschland eher am unteren, Süddeutschland eher am oberen Rand.
Quelle: PVGIS, Photovoltaic Geographical Information System der Europäischen Kommission (JRC) · Stand 13.8.2026
Typischer Wert aus Leistungsgarantien marktgängiger Module.
Quelle: Leistungsgarantien in Modul-Datenblättern · Stand 13.8.2026
Die Sätze werden regelmässig angepasst. Wir nennen hier bewusst keinen Wert, sondern verweisen auf die amtliche Veröffentlichung zum Zeitpunkt deiner Inbetriebnahme.
Quelle: Bundesnetzagentur, Veröffentlichung der EEG-Vergütungssätze · Stand 13.8.2026
Tarifabhängig. In Rechnungen wird der Preis immer als Eingabe verwendet und nie unterstellt.
Quelle: Eigener Stromvertrag bzw. Jahresabrechnung · Stand 13.8.2026
Nullsteuersatz für Photovoltaikanlagen bis 30 kWp einschliesslich Speicher, seit 01.01.2023.
Quelle: § 12 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz (UStG) · Stand 13.8.2026
Häufige Fragen
Ab welcher Amortisationszeit lohnt sich eine PV-Anlage?
Eine feste Grenze gibt es nicht - entscheidend ist, ob die Amortisationszeit innerhalb der erwarteten Nutzungsdauer der Anlage liegt (üblicherweise deutlich über 20 Jahre) und ob dir die verbleibende Zeit als zusätzliche Ersparnis reicht.
Warum ist der Eigenverbrauch wichtiger als die Anlagengröße?
Jede selbst verbrauchte Kilowattstunde spart den vollen Strombezugspreis, während eingespeister Strom nur die Einspeisevergütung bringt. Eine kleinere Anlage mit hohem Eigenverbrauch kann sich daher schneller amortisieren als eine größere mit viel Überschusseinspeisung.
Sollte ich mit steigenden oder gleichbleibenden Strompreisen rechnen?
Das ist eine Annahme, die du selbst offen treffen solltest. Vorsichtiger ist es, zunächst mit dem heutigen Strompreis zu rechnen und eine mögliche Preissteigerung nur als zusätzliches Szenario zu betrachten.
Verändert ein Batteriespeicher diese Rechnung?
Ja, ein Speicher kann den Eigenverbrauchsanteil erhöhen und dadurch die Ersparnis steigern. Ob sich der Speicher selbst rechnet, ist eine eigene Prüfung - siehe den Ratgeber zum Stromspeicher.
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Wir melden uns, wenn sich zu diesem Thema etwas Belegbares ändert - Vorgaben, Förderung oder Rechenannahmen. In der Regel einmal pro Woche. Bei besonders wichtigen Änderungen kann zusätzlich eine Sonderinformation erfolgen.
Quellen
- EEG-Fördersätze und VeröffentlichungenBundesnetzagentur · abgerufen am 24.8.2026
- PVGIS - Photovoltaic Geographical Information SystemEuropäische Kommission, Joint Research Centre · abgerufen am 24.8.2026
- § 12 Abs. 3 Umsatzsteuergesetz (Nullsteuersatz für PV-Anlagen)Bundesministerium der Justiz · abgerufen am 24.8.2026